Die Büro- und Personalcomputer der DDR

Allgemeines
A5120 - K8927
K8924
MC 80
PRG710
PC1715
A7100
A7150
EC1834
EC1835
EC1835 Turbo
A 5105 - Bildungscomputer (BIC)
P8000
Erläuterungen zu Betriebssystemen




Allgemeines

Die Rationalisierung von Lenkungs- und Leitungsprozessen, d.h. der allgemeinen Büroarbeiten durch maschinelle elektronische Verfahren, war auch in der DDR schon frühzeitig Gegenstand besonderer staatlicher Anstrengungen. Zunächst wurde nur auf die zentrale Großrechentechnik, z.B. R300, gesetzt. Das gipfelte in Ulbricht´s Wahnvorstellung, mittels eines Super-Computers die EDV-Leistungen der gesamten DDR zu zentralisieren. Die Hallen dieses vollklimatisierten Geheimobjektes in der Berliner Wuhlheide standen bis zur Wende leer und wurden dann abgerissen.
Es stellte sich jedoch beim vordergründigen Einsatz der Großrechentechnik schnell heraus, daß Vorbereitungs-, Investitions- und Betriebskosten vielfach in keinem Verhältnis zu den angestebten, geschweige denn erzielten Einsparungen (= Gewinnen) standen.
Mit den Möglichkeiten der modernen Mikrorechentechnik gewannen dezentrale EDV-Arbeitsplätze mehr und mehr an Bedeutung und auch an Akzeptanz bei den Beschäftigten. Die Angst vorm Computer gab es auch in der DDR !


A5120/K8927

Das Modell A5120 stellte ein kompaktes bildschirmorientiertes Tastatur-Auftischgerät dar. Anwendungstechnisch wurden die Geräte zu Buchungs- und Abrechnungsaufgaben, dialogorientierte Daten- und Massendatenverarbeitung, sowie zur Textverarbeitung eingesetzt. Der Computer basierte auf dem Mikrorechnersystem K1520. Die Gestaltungsvariante umfaßt ein Grundgerät mit integriertem 31cm-Bildschirm (grün) und ein 8-Zoll-Standard-Diskettenlaufwerk (alternativ zwei 1/8 Zoll-Kassettenmagnetbandgerät, oder zwei bis drei 5,25-Zoll Diskettenlaufwerke). Der Mikroprozessor U880D taktete mit 2,476 MHz. Der A5120 verfügte über bis zu 64KB RAM, 3 bis 24 KB ROM (je nach eingesetzter StE K35xx, K25xx + K3820) und einer V.24 Schnittstelle. Die Bildschirmdarstellung erfolgte monochrom mit 80 Zeichen x 24 Zeilen im Textmodus. Ein Grafikmodus war in der Grundausstattung nicht vorgesehen. Als Betriebsystem kamen SCP (CP/M-Clone), SIOS oder UDOS zum Einsatz. Als Programmiersprachen waren BASIC, PASCAL, COBOL und FORTRAN verfügbar. Vielfach wurde aber auch in Assembler progammiert, wie ein kaum noch lesbarer Ausdruck auf Leporello-Papier zeigt, welcher auf dem Entwicklungssystem MRES - A5601 erzeugt wurde.
Das modulare Hardware-System K1520 war sehr gut dokumentiert und dadurch weit verbreitet, auch außerhalb der "Bürowelt". Von vielen Anwendern wurde deshalb der A5120 verändert und erweitert. So gab es z.B. eine 16bit-ZRE-Karte vom Wissenschaftlichen Gerätebau der Akademie der Wissenschaften (AdW) - Basis U8000 - , die dem Gerät dann den Namen "A5120.16" gab.
Der A5120 wurde ab 1982 im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt gebaut.
Anfangs wurde der A5120 ausschließlich mit dem Betriebssystem SIOS betrieben. Ab ca. 1984 kam dann UDOS hinzu und erst ab etwa 1985 dann das international mit CP/M vergleichbare SCP.

Das Reservierungsterminal K8927 basierte ebenfalls grundlegend auf dem System K1520 und ist eine auf das Anwendungsgebiet der zentralen, dezentralen und autonomen Reservierung im Eisenbahn-, Transport- und Gesundheitswesen sowie in Hotels, der Gastronomie und Reisebüros zugeschnitte Gerätelösung. Das Gerät ist als intelligenter Terminalrechner mit DFÜ-Anschluß (V.24 bis 9600bit/s) ausgerüstet, außerdem sichert ein mit CMOS-Bauteilen bestückter Bereich des RAM die Daten bei Stromausfall. Es gab äußerlich keine Unterschiede zum A5120. Es wurde auch im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt gebaut und wog 44kg!



K8924

Als "Kernstück der Anwendungsrichtlinie in der Geldwirtschaft" wurde das erstmals, auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1983, vorgestellte Bank- und Sparkassenterminal robotron K8924 hervorgehoben. Geräte dieses Terminalsystems waren Datenendstellen eines EDV-Systems.
Der K8924 verfügte - je nach Ausstattung - über bis zu 128kB Arbeitsspeicher und drei Diskettenlaufwerken. Im Inneren werkelte wiederum der Prozessor U880 (Z80) mit dem Standard-Betriebssystem SIOS. Im Prinzip wäre aber auch SCP lauffähig. Diese Geräte wurden an Bankschaltern sowie auch an anderen Dialogplätzen eingesetzt.
Die Datenübertragung erfolgte über V.24 oder IFSS. Später wurden auch ROLANET-Ankopplungen getestet.
ROLANET= RobotronLocal AreaNetwork.


A5130


in das Bild klicken, um es zu vergrößern

Das Modell A5130 war 1984 der leistungsfähigste Bürocomputer der DDR. Er war als ein druckorientiertes Standgerät (kompletter Sitzarbeitsplatz) mit Zusatzgeräten für komplexe Buchungs- und Abrechnungsaufgaben, dialogorientierte Datenerfassung konzipiert.
Mit der Integration des Druckers "robotron1152/1157" in das Grundmodell A5120 entstand der A5130. Da der A5130 ebenfalls auf der Basis des Mikrorechnersystems K1520 aufgebaut war, sind die wesentlichen Baugruppen des Bürocomputers A5130 identisch mit denen des A5120. Es bestand zwischen beiden Rechnertypen (durch gleichen Aufbau und gleiche Betriebsysteme) volle Softwarekompatibilität.

Literatur (K1520-System)
Reimann, W: Mikrorechnersystem K1520, rfe 1979, H7, S421-424, H8, S491-494



MC80



Der MC80 wurde in seiner Grundkonzeption "MicroCombi" als mikroprozessorgesteuertes Basisgerät für allgemeine technische Anwendungen, als Steuergerät für Labor- und industrielle Prozesse, als Test- und Inbetriebnahmegerät für die Entwicklung, Prüfung und Fehlersuche mikroprozessorgesteuerter Anlagen sowie als EPROM-Programmiergerät ehemals von der TH Ilmenau entwickelt.
Den MC80 gab es in mehreren Grund-Versionen:

MC80.2x - (Bild links)
Dieses erste vom VEB Elektronik Gera ab etwa 1983 produzierte Gerät gab es in mehreren Versionen und alle arbeiteten mit dem Prozessor U880D (2.4 MHz, 3-4 KB ROM und 1 KB RAM (Grundbetriebssystem). Über verschiedenartige K1520-Steckmodule konnte das System und vor allem der Arbeitsspeicher bis 64KB erweitert werden. Der integrierte Bildschirm stellte 8 Zeilen zu je 32 Zeichen dar (alphanumerisch, Grafik war von Hause aus nicht vorgesehen, obwohl so etwas offensichtlich möglich gewesen sein sollte - Kurvendarstellung, wie bei einem Oszilloskop).
Die ansteckbare Tastatur beinhaltete 59 über Hall-Elemente gesteuerte Tasten. Diese mechanisch unglückliche Lösung war oftmals eine Ursache von Fehlerquellen.
Zur externen Datensicherung befand sich ein Kassettenmagnetbandgerät im MC80. Dieses wurde beim MC80.21 noch vollständig manuell, beim MC80.22 dann schon über Software-Kommandos "LOAD, SAVE Name" gesteuert. Verwendet wurden damals die sehr teuren Digitalkassetten Typ 490. Auf einer Bandseite konnten 128 KB Daten aufgezeichnet werden. Der MC80 hatte ein eigenes Aufzeichnungsformat. Ein Kassettenaustausch, z.B. mit den KC´s war somit nicht möglich. Dafür existierte ein integrierter EPROM-Programmierer für den Typ U555C (2708) und eine Löschkammer für mehrere EPROM´s rundeten die Hardwareausstattung ab.
Als Software wurde, je nach Ausstattung auf ROM-Karten, ein BASIC-Interpreter, Objektcodeeditor mit Assembler und Reassembler sowie die EPROM-Programmiersoftware mitgeliefert.
Im Gegensatz zum eigentlichen Mikrorechnerentwicklungssystem "MRES A5601" war der MC80.21/22 war trotz seines Gewichtes von fast 20kg transportabel und so robust, daß damit auch in gewissem Maße Software-Entwicklungsarbeiten unter Feldbedingungen (Produktion) gemacht werden konnten.

Literatur
Dr.-Ing. Wolfgang Kochendörfer, Dipl.-Ing. Hartmut Schorrig: Mikrocomputer MC 80, rfe 1984, H2, S87-89

MC80.3x - (Bild rechts)
Die Weiterentwicklung des MC 80 erfolgte ebenfalls wieder in mehreren Varianten und unter folgenden Gesichtspunkten:
- moderne, grafikfähige Bildschirmausgabe, wurde realisiert mittels einer Nachnutzung der K1520-kompatiblen Grafikkarten-Entwicklung VIS2A des Zentrums für wissenschaftlichen Gerätebaus (ZWG) der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW), Nachfolger: VIS3
- neue Gehäusegestaltung mit abgesetzter Tastatur und Kabelanschluß
- von Kassette ladbares Betriebssystem
- neues, softwaregesteuertes Kassettenmagnetbandsystem
Hier lag allerdings auch das Grundübel dieser neuen Konzeption. War das Betriebssystem nicht vollständig und korrekt zu laden, weil z.B. Bandmaterial schlechter Qualität verwendet wurde, konnte der Computer nicht gestartet werden. Ein Betriebssystem im ROM war nicht vorhanden. Anfängliche wurden Laufwerke des Tys KMBG - K5200 verwendet. Aber auch der vorübergehende Einsatz von NSW-Import-Laufwerken (so genannte DAT-Laufwerke) in den Nachfolgeversionen half nicht wirklich. Die Ablösung dieser Importe erfolgte dann noch kurz vor der Wende durch eine polnische Lizenzproduktion PK3 .
Der Innovationssprung auf Diskettenlaufwerke fand leider nicht mehr statt.
Zu weiteren Infos, auch Bilder zum MC 80.30/31 kommt man hier.

Literatur
Dr. Wilfried Quednow: Videosteuerung VIS 3 mit GDC U82720D, mikroprozessortechnik 1988, H3, S66-68, H11, S339-341


PRG710

Der Computer PRG710 (Programmiergerät) vereinte, wie der MC80, sämtliche Hardware einschließlich Monitor in einem Gehäuse. Wie in fast allen Rechnern dieser Zeit war auch der PRG710 mit dem Mikroprozessorsystem U880 bestückt. Das Gerät verfügte über Eprommer, 4KB RAM (in der Regel auf 64 KB erweitert), 3 bis 8KB ROM sowie 2x 5,25" Floppy-Disks. Als Betriebssysteme kamen SCP1.5, BS600, oder auch UDOS zum Einsatz. Der integrierte Monitor hatte eine Textauflösung von 80x24. Über ein Erweiterungsinterface konnten Lochkarten- und Magnetbandgeräte angeschlossen werden. Programmiert wurde der PRG710 in BASIC, Pascal und COBOL.
Gebaut wurde dieses Gerät vom VEB Numerik Karl-Marx-Stadt.


PC 1715

Der "robotron 1715" (auch PC1715 genannt) erschien 1985 auf der Bildfläche der DDR. Dieser Rechner galt lange Zeit als “Wegweiser des Fortschritts” und etablierte sich nach dem Bürocomputer (BC)A5120 als Standard in den Büros der DDR-Wirtschaft.
Mit einem “echten” PC wie z.B. dem IBM-PC  hatte der "1715" allerdings nichts gemein. So werkelte im 1715 immer noch ein 8bit-Prozessor vom Typ U880D, ein Nachbau des ZILOG Z80 Prozessors. Bestückt war der 1715 mit 64 K RAM und zwei 5,25”- Diskettenlaufwerken. Als Betriebssystem wurde SCP (ein CP/M-Clone) mit einem etwas eigenwilligen Diskettenformat eingesetzt. Falls die serienmäßig eingebauten Diskettenlaufwerke nicht ausreichten, konnten theoretisch zusätzliche Floppys extern angeschlossen werden (s. Bild oben). Allerdings scheiterten solche Vorhaben meist an der Nichtbeschaffbarkeit dieser Laufwerke.
Die 5,25"-Diskettenlaufwerke wurden anfangs komplett, später dann mehr oder weniger in Einzelteilen aus dem NSW importiert. Die Nachentwicklung und Produktion erwies sich trotz der Erfahrungen im feinmechanischem Sektor beim VEB Robotron Meinigen doch schwieriger als erwartet.

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1987 wurde die Weiterentwicklung des PC1715, der PC1715W vorgestellt. Dieser besaßt ebenfalls 64KB Arbeitsspeicher, sowie eine 256 KB RAM-Disk. Damit war eine wesentliche Verbesserung im Arbeitstempo möglich. Als Betriebssystem verwendete der 1715W das neue SCP 3.0 welches nicht auf dem "alten" 1715 lief.
Der "robotron 1715" galt als direkter Nachfolger des A5120 und sollte voll Software-kompatibel zu diesem sein. Die Realität sah allerdings ganz anders aus. Da die Hardwarebasis des A5120 im Vergleich zum PC1715 verschieden war, liegen die Schnittstellen auch auf anderen Adressen, so daß die Betriebssysteme nicht direkt austauschbar waren, sondern speziell angepaßt werden mußten. Allerdings konnten Anwenderprogramme, die keine direkten Hardwarezugriffe machten, auf beiden Rechnern gleichermaßen genutzt werden.



Ein Auszug aus dem Buch" Der Personalcomputer 1715"
In den sozialistischen Ländern ist eine schnelle Entwicklung von Personalcomputern und ein vielseitiges Angebot an Soft- und Hardwareleistungen zu verzeichnen. Durch den VEB Robotron Büromaschinenwerk "Ernst Thälmann" Sömmerda wurde der Personalcomputer 1715 entwickelt und im Jahre 1985 in die Produktion übergeleitet. Entsprechend der entscheidenden Bedeutung der Software für die Nutzung eines Personalcomputers wurden mit Beginn der Entwicklung des PC1715 folgende Zielrichtungen gestellt:
- Softwarekompatibilität zum Vorläuferprodukt dem, A5120
- Erreichung der Kompatibilität zum Programmiersystem JAMB der sowjetischen Buchungsmaschinen "EBT Newa 501" und "EBM Iskra 555".
- Realisierung eines Betriebssystems, welches die Anwenderschnittstelle von CP/M besitzt.
Auf Grund seiner Leistungsfähigkeit und seines modularen Gerätekonzeptes wird der PC1715 vielfältigen Anwenderanforderungen gerecht:
- wissenschaftlich-technische Berechnungen in Forschung, Entwicklung und Technologie,
- ökonomische Berechnungen in Buchhaltung, Lagerverwaltung, Planung und Statistik und vielen anderen Bereichen,
- Textverarbeitung in jedem Büro sowie CAD/CAM-Lösungen.

Die Textverarbeitung war das Hauptanwendungsgebiet des PC 1715, zu CAD/CAM kann man dazu sehr geteilter Meinung sein.
Was jedoch den Erfindergeist der DDR-Ingenieure nicht hinderte, auch etwas "abnorme" Anwendungen zu kreieren. In folgendem Beispiel wurde mit einer Zusatz-Leiterkarte eine EPROM-Programmiereinheit geschaffen.
Beim "EPROMMER-Zusatz für PC1715" handelt es sich um eine unbestückte, industriell hergestellt durchkontaktierte Leiterplatte mit der Bezeichnung "EPROM1-Z B1". Die Lp-Kennnummer lautet: 73700.010-2902.


Günter Stendel verwandte die Leiterplatte in seiner recht eigenwillig "gekürzten" Anwendung:


Es ist ursprünglich eine Entwicklung vom IfAM Erfurt und wurde zur "Nachnutzung" für den Einsatz in K1520-Systemen, also auch für den PC1715, angeboten. Kostenpunkt: 3000.- Mark der DDR.
Dafür gab es einen Satz, d.h. 2 Stück unbestückte Zweiseiten-Leiterplatten, eine recht ausführliche Dokumentation, sowie die betreffende Software auf 5,25"-Disketten und "kostenlosen" Support bei den Entwicklern.


Das Bild zeigt die im PC1715 einzubauende Steck-Einheit. Die beiden unteren Steckverbinder wurden über Bandkabel mit der eigentliche Programmier-Einheit verbunden.
Der vollständige Unterlagensatz, einschließlich der unter SCP laufenden Software liegt bei robotron-net vor. Herzlichen Dank an Johann Spannenkrebs.
Die Original-Kurzbeschreibung ist hier zu sehen.




A7100


Der "robotron A7100" ist als erstes Gerät auf der Basis des modularen Mikrorechnersystems MMS16 entwickelt worden. Mit dem MMS 16 sollte als Weiterentwicklung des so erfolgreichen 8Bit-K1520-Systems die Grundlage aller 16-Bit Rechner-Generationen in der DDR geschaffen werden. Im Gegensatz zum K1520-System hatte ROBOTRON allerdings hier nicht das Entwicklungsmonopol, so daß es von Anfang an verschiedene Ansichten zum Gesamtkonzept gab. Man konnte sich im Gegensatz zum K1520-Standard nicht einmal zu einem einheitlichen Baugruppen-Standard einigen.

Der A7100 wurde mit grafikfähiger (CGA) Bildschirmansteuerung als 16-bit-Mikrorechner auf der Basis des Prozessors K1810WM86 aus der UdSSR (einem Nachbau des Intel 8086) mit einem Takt von 4.915 MHz konzipiert. Seine Hauptspeicherkapazität beträgt maximal 896 KByte, auf geteilt in mehrenen 256k-RAM-Baugruppen, die allerdings bei Auslieferung nur selten voll bestückt waren.
Mit zwei 5,25"-Diskettenlaufwerken konnten Betriebssytem, Anwenderprogramm und Daten gespeichert werden. Vorbereitet war der spätere Einbau einer Festplatte. Es konnte mit mehreren Betriebssystemen (SCP1700, BOS1810, MUTOS1700) gearbeitet werden.
An und für sich war die Grafikfähigkeit des A7100 weit besser als CGA (monochrom), jedoch fehlte es oft an der jeweiligen Treiberunterstützung zum betreffenden Anwenderprogramm, da die Hard-/Firmware der Grafikkarte die üblichen Grafikmodi nicht standardgerecht emulierte.

Literatur
S. Kerst, H. Riegel: Arbeitsplatzcomputer robotron 7100, edv-aspekte 1987, H1;
Ottmar Vetter: Grafik am A 7100, mikroprozessortechnik, 1987, H11, S325-327
Dr. Klaus-Dieter Krannich: A 7100-Grafik, mikroprozessortechnik, 1989, H3, S67-70


A7150 (CM1910)

 

Der A7150 war die direkte Weiterentwicklung des A7100, wiederum auf der Basis des modularen Mikrorechnersystems MMS16. Damit arbeitete auch hier auf dem ZVE-Modul der Prozessor K1810WM86 aus der UdSSR, ein Nachbau des Intel 8086. Getaktet wurde er mit 5 MHz. Der mathematische Co-Prozessor K1810WM87 war zwar Leiterplatten-mäßig vorgesehen, aber selten bestückt, weil dessen Verfügbarkeit in der Regel nur über das NSW-Äquivalent I8087 - und damit kaum möglich war. Dieser Computer sollte aber software-mäßig weitgehend XT-kompatibel sein, d.h. beim Einsatz eines entsprechend angpaßten MS-DOS-Clones. Dabei versuchten die dazu notwendigen Hardware-orientierten Treiber - nicht immer mit Erfolg - den XT-Modus zu "emulieren". Die Ausstattung war mit 256k-RAM, 2 x 5.25” Disk-Laufwerken, diversen Schnittstellen und einer Tastatur mit 48 Tasten und NUM-Block für viele damalige Anwendungen ausreichend.
Optional konnte anstelle eines Diskettenlaufwerkes eine 5"-Festplatte nachgerüstet bzw. das Gerät auch so bestellt werden, d.h. sofern ein solches Wunderwerk damaliger Speichertechnik aus NSW-Importen überhaupt überhaupt verfügbar war. In der DDR wurde mit der Produktion (Nachbau von Microscience-Laufwerken) erst Ende der 80er Jahre begonnen, d.h. kurz vor der Wende.
Der Monitor stellte im Textmodus 80 Zeichen x 25 Zeilen (monochrom) und im Grafikmodus 640 x 480 Pixel dar.
Das Problem hochauflösender Computermonitore war in der DDR bis zuletzt ungelöst. Der Einsatz der "Fernsehbildröhre" B31Gxx war nur eine Notlösung, denn auch ein Grünschirm konnte das Problem der höheren Auflösung, d.h. eines Strahldurchmessers << 1mm nicht lösen. Es gab im gesamten RGW keine entsprechenden Bildröhren, so daß diese in voller Stückzahl aus dem NSW importiert werden mußten, eine Tatsache, die sich in Anbetracht der stets klammen NSW-Valutasituation auch auf die maximal produzierbaren Computer auswirkte. Farb-Monitore waren sehr selten und kamen deshalb meist komplett als NSW-Importe.

Als Betriebssysteme für den A7150 wurden DCP3.1, SCP1700, BOS1810 sowie MUTOS1700 verwendet. Programmiert werden konnte in BASIC, Pascal, PL/M, Cobol und Modula2.
Die Produktion erfolgte im VEB Robotron Elektronik Dresden.
In der DDR wurde der Computer als A7150 und im RGW (Ostblock) mit der Bezeichnung CM1910 vertrieben.

Pressemitteilung in der Zeitschrift "URANIA"
Der A7150 ist als Arbeitsplatzcomputer entwickelt. Er verfügt über eine Speicherkapazität von max. 768 KByte RAM. Sein Systembus entspricht internationalen Standards, die Systemsoftware ist kompatibel zu international verbreiteten Betriebssystemen. Nicht zuletzt durch die Kopplungsfähigkeit an übergeordnete Computernetze empfiehlt sich der A7150 beispielsweise als Rechner für CAD/CAM-Aufgaben. Das Rechnergrundgerät enthält u.a. zwei 5,25" Diskettenlaufwerke, sowie die Einbaumöglichkeit für einen 5" Festplattenspeicher. Im Grundgerät befinden sich 10 Steckplätze für Logikmodule. Auf dem Grundgerät ist der Monitor drehbar und schwenkbar gelagert. Die Flachtastatur steht separat und hat 5 Funktionsfelder. Eine Schreibmaschinen-ähnliche Zeichentastatur, eine numerische Tastatur, eine Funktions- und Funktionssteuertastatur, das Kursortastenfeld, sowie ein Anzeigefeld. Der A7150 verfügt über die Betriebssysteme DCP 3.1, SCP1700, BOS1810, MUTDOS1700. Als Peripherie können beispielsweise Drucker, Plotter, Digitalisiergeräte oder ein graphisches Tablett genutzt werden.

Nachtrag für den am technischen Innenleben des A7150 interessierten Leser:
Es gibt ein eBook auf www.ps-blnkd.de "Hard-/Softwarekomponenten des AC7150"



EC1834

Fotos: Ebay
EC1834 Grundgerät und Handbuch (oben); Blick in das innere und ein Modem zur Datenfernübertragung (unten).

Mit der Entwicklung des EC1834 wurde die Basis "MMS16" wieder verlassen und nun entsprechend des Vorbildes "IBM-PC" eine Konzeption mit Mainboard und entsprechenden Steckkarten entwickelt. Auch im EC1834 arbeitete der K1810WM86 aus der UdSSR mit einer Taktfrequenz von immer noch nur 5 MHz. Allerdings gab es auch einen Steckplatz für den so genannten mathematischen Coprozessor, den I8087, mit dem rechenintensive Operationen wesentlich schneller durchgeführt werden hätten können, wenn man ihn denn hatte. Nur war das sowjetische Äqivalent K1810WM87 immer noch nicht verfügbar und NSW-Importe ? - das Problem war bekannt!
Der Hauptspeicher verfügte in der Grundausstattung 256k RAM, es existierten 2x720K 5.25” Laufwerke und eine 20MB-Festplatte. Auf dem Monitor konnten entsprechend des EGA-Standards 640x480 Bildpunkte farbig dargestellt werden.
Als Betriebssystem wurde DCP3.3 (eine MSDOS 3.3-Adaption) eingesetzt. BASIC, C, Fortran77, Modula2 und Turbo-Pascal waren häufig verwendete Programmiersprachen auf dem EC1834.
Die Entwicklung erfolgte zwar im VEB Robotron Elektronik Dresden, die Produktion aber sowohl im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt als auch im VEB Robotron Büromaschinenwerk Sömmerda. Beide Betriebe gehörten ebenfalls zum Kombinat ROBOTRON. Außerdem arbeitete noch der VEB Robotron Projekt Dresden an "Softwareanpassungen", d.h. dem Clonen der Standard-Software.
Die Baureihe EC1834.xx ist direkt XT-kompatibel und dessen Konzeption, Produktion und Vertrieb im RGW (ESER) abgestimmt.

So wurde der EC1834 damals in der Zeitschrift "Urania" vorgestellt.
Der ESER-Personalcomputer EC1834 war ein leistungsfähiger Arbeitsplatzrechner für alle Bereiche der Volkswirtschaft. Es wurde bei ihm auf ein offenes, erweiterbares Modulsystem orientiert und eine hohe Kompatibilität zu international dominierenden Erzeugnissen angestrebt. Er ist Bestandteil der Nomenklatur Professioneller Personalcomputer (PPC) des ESER, des Einheitssystems elektronischer Rechentechnik der RGW-Länder. Der EC1834 eignet sich für die verschiedensten Anwendungen von der Büro- und Verwaltungsarbeit bis hin zu anspruchsvollen CAD/CAM Lösungen. Insbesondere ist er auch für den Rechnerverbund geeignet.
Das Grundgerät (Systemeinheit) verfügt über Plätze zum Einbau von 2x 5,25" Diskettenlaufwerke bzw. Festplattenspeichern. Außerdem hat es 8 universelle Steckplätze für Monitor- und Druckeradapter, sowie Adapter für serielle Kommunikationserweiterungen.

Für weitere technische Details steht jetzt eine 23-seitige Entwicklungs-Beschreibung des EC1834-Systembus (KROS 5194) von 2/1988, sowie die über mehrere 100 Seiten umfangreiche Original-Doku "Hardware-Handbuch" Teil-1 und Teil-2 von ROBOTRON zur Verfügung. Bei Interesse bitte hier klicken.
Ein interessanter Erprobungsbericht des EC1834 aus dem Jahre 1988/89 der Uni Rostock, Verfasser Wolfgang Kabatzke, wurde seinerzeit wegen des kritischen Inhalts nicht veröffentlicht und soll deshalb hier nicht vorenthalten werden: Applikation EC1834
Allerdings ist ein Druckfehler vorhanden: "...Drucker K8913/14..." -> Drucker K6313/14.

In diesem Zusammenhang sei ebenfalls noch auf eine interessante Literaturstelle verwiesen, die insbesondere bei Reparaturen am EC1834 von Bedeutung sein kann:

Literatur
Ing. Th. Döpping, Ing. W. dal Canton: "Busanalysator für EC1834", rfe 1989, H9, S566-569 (mit Schaltbild)

Die Zeitschrift "rechentechnik/datenverarbeitung" widmete sich 1988 mit ihrem Heft 2 (liegt robotron-net vor) voll und ganz dem "EC1834":
- Hardwareübersicht, Basiskonfiguration und Erzeugniskonstruktion, Erweiterungsmöglichkeiten, Logisch-funktionelles Grundkonzept
- Software des EC1834, Hard- u. Softwareschnittstellen, Assemblertechnologie, DCP-Diskettenformat, BASIC, TP, FORTAN77, C und Modula2
- Standardsoftware, Textverarbeitung, REDABAS-3, MULTICALC, AIDOS/M-1, math. Software, ARIADNE und MultiCAD
- Datenübertragung


EC1835

 

1990 wurde der letzte 16-Bit-Rechner aus dem Kombinat ROBOTRON vorgestellt, der EC1835. Dieser Rechner sollte funktionell voll kompatibel zum PC-AT sein.
Der PC wurde auf Basis des neuen, schnelleren 16bit-Mikroprozessorsystems U80600, einem nicht ganz gelungenen Nachbau des I80286, nebst einiger Peripherieschaltkreise entwickelt. Die standardmäßige Taktfrequenz beträgt 8 MHz, obgleich die CPU U80601 mit maximal 16MHz getaktet werden kann. Auf der Systemplatine (Mainboard) befinden sich neben der CPU unter anderem ein Koprozessorsockel, RAM mit 1-8 MByte und der ROM mit 16 bis 128 KByte. Als Massenspeicher kamen ein 5,25" Diskettenlaufwerk sowie eine Festplatte mit bis zu 42 MB Kapazität zum Einsatz.
Im Unterschied zum EC1834 wurde von indirekten zu direkten Bussteckverbindern übergegangen. Damit konnten nun auch IBM-kompatiblen Steckkarten von anderen Herstellern in den EC1835 eingesetzt werden.
Als Betriebssystem wurde wiederum DCP3.30 eingesetzt.


EC1835 Turbo

 


Der erste 32Bit-PC der DDR (1990) war der "EC1835 Turbo". Er basiert auf dem I80386 und ist (sehr wahrscheinlich) keine "Eigenentwicklung" mehr von ROBOTRON, vielmehr wurde im Ergebnis der Wendewirren und dem Suchen nach einer Perspektive für einzelne Betriebe des Kombinates aus dem Westen importierte Baugruppen nur noch schnell zusammenmontiert, um diesen auf der Leipziger Frühjahrsmesse ausstellen zu können.
Die Taktfrequenz beträgt 25 MHz. Weitere Ausstattungsmerkmale sind: 20-40 MByte Festplatte, 1x 5,25" Floppy, 1-8 MByte RAM, 7 programmierbare DMA-Kanäle, VGA mit 640x480 Pixel und 16 Farben.
Als Betriebssysteme wurden von Robotron das bekannte DCP3.30 sowie auch das MS-DOS 4.01 angeboten. Aber auch das MS-OS/2 konnte von Robotron bezogen werden. Das kam dann auch bei Messevorführungen LFM 1990 in Leipzig sogleich zum Eklat, als westliche Computerfachleute und Softwarevertreter nachwiesen, daß DCP3.30 mehr oder weniger "geklaut" war.



A5105 / BIC


Der A5105 wurde als BIC (Bildungscomputer) erstmals im Frühjahr 1988 auf der Leipziger Messe vorgestellt. Das Herz des Rechners bestand aus dem Prozessor U880D (3.75 MHz), 64 KB RAM, 64 KB Videospeicher und 64 KB ROM. Integriert wurde ein 5,25”-Diskettenlaufwerk, aber auch ein Magnetbandanschluß war noch vorhanden. Zusätzlich konnte eine Floppy-Erweiterung mit weiteren zwei 5.25” Laufwerken angeschlossen werden. Mittels des neuen Grafikchips U82720D konnte der A5105 bis zu 640x480 Bildpunkte bei theoretisch maximal 16 Farben auf dem Monitor darstellen. Da der A5105 allerdings nur mit monochromen Monitor (ROBOTRON-Grün) ausgeliefert wurde, war das eher ein Wunschtraum.
Als Betriebssystem kam SCPX5105 (CP/M) zum Einsatz und war damit im wesentlichen kompatibel zum SCP des PC1715. Über einen Audioausgang wurde der A5105 mit 3 Kanälen und 8 Oktaven Sound-fähig. Anschlüsse besaß der Computer für V.24, Centronics, Rolanet-Netzwerke und zwei Joysticks. Der Computer wog ca. 20 kg (mit Monitor) und wurde in der Zeit zwischen 1989 und 1990 in einer Stückzahl von etwa 5000 im VEB Robotron Meßelektronik “Otto Schön” in Dresden gebaut.

Auf besonderen Wunsch Margot Honneckers, Bildungsminister der DDR kam das Gerät nicht in den normalen Handel, sondern war ausschließlich im Rahmen des Bildungswesens der DDR vorgesehen.


Literatur
Dr. Gert Keller, Dr. Gunter Kleinmichel: Bildungscomputer robotron A5105, mikroprozessortechnik 1988, H10, S292-293;



P8000

p8000-8 p8000-16


Der aus einem 8-Bit und einem 16-Bit Mikrorechnerteil bestehende P8000 ist ein universell einsetzbares Programmier- und Entwicklungssystem für Multi-User-/Multi-Task-Anwendungen.
(Das rechte Bild wurde robotron-net dankenswerterweise durch Hans Wollny zur Verfügung gestellt.)
Da das Kombinat ROBOTRON nicht in der Lage war, entsprechend seiner "Bilanzverantwortung" auf dem Gebiet der EDV allen Anwenderforderungen, insbesondere solchen aus der Automatisierungsindustrie, weder konzeptionell noch materiell gerecht zu werden, erfolgte nach langem Streit im VEB Kombinat EAW Berlin-Treptow die Eigenentwicklung und Produktion de P8000. Zulieferer waren allerdings Betriebe des VEB Kombinat ROBOTRON. Es wurde oft von Konkurrenzkampf geredet. Das ist natürlich absurd! Tatsächlich gab es natürlich Absprachen zwischen Treptow und der ROBOTRON-Zentrale in Dresden. Dort wurden nämlich dringend Fertigungskapazitäten für Computer und Bauteile gesucht.

Nach bisher leider noch nicht bestätigten Informationen soll allerdings auch folgender Grund zur Entwicklung des P8000 beigetragen haben:
Die beginnende partielle Reisefreiheit in den 80er Jahren (Stichwort "dringende Familienangelegenheiten") und Stasi-Forderungenen zur besseren Überwachung/Registrierung des Transit-Reiseverkehrs BRD-Westberlin bedurfte moderner EDV-gestützter Mittel. Ein Multi-User-System mit mehrenen Terminals und dann noch mit einem Echtzeitbetriebssystem, wie auf dem P8000, wäre ein gewichtiger Grund für dessen Einsatz dafür gewesen. Ob dieses dann so verwirklicht worden ist, ist z.Zt. leider noch unbekannt.

Auf dem 16-Bit-Mikrorechnerteil (CPU: UB8001D, 4 MHz) läuft das Betriebsystem WEGA. Auf dem 8-Bit-Mikrorechnerteil (UB880D, 4 MHz) des P8000 sind, um die Aufwärtskompatibilität zu verfügbaren Softwaresystemen abzusichern, die Betriebssysteme UDOS, OS/M und IS/M implementiert. Dadurch sollte die Übernahme vorhandener Softwarelösungen auf dem P8000 problemlos möglich sein.
Das P8000-Grundgerät wurde standardmäßig mit acht seriellen und zwei parallelen Schnittstellen ausgerüstet, die zur Ankopplung von Terminalarbeitsplätzen, Hard-Disk-Beistellgeräten, Druckern u. a dienen konnten.
Weitere Ausstattungsmerkmale waren:
1 MB Arbeitsspeicher und 2x 5,25” Diskettenlaufwerke mit je 720 KB.
Das Rechnersystem P8000 wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1987 erstmalig vorgestellt und konnte sowohl als einfache 8Bit-Variante oder als 16Bit-Variante mit HD-Beisteller bestellt werden, wenn der entsprechende Bilanzanteil vom MEE genehmigt war.

Als Nachfolger des P8000 wurde 1989 der "P8000 Compact" vorgestellt. Der "P8000 Compact" ermöglicht mit dem (dritten) Prozessorsystem U80600 zusätzlich die Nutzung des Betriebssystems WDOS (teilkompatibel mit MS-DOS). Dieses WDOS kann parallel zu WEGA arbeiten, da es auf einem zweiten Prosessor läuft. Von den wenigen ausgelieferten "P8000 Compact" hatten die meisten jedoch nur eine Prozessorausstattung wie der klassische P8000.
Durch die Integration einer Festplatte in das Grundgerät wurde eine Volumenreduzierung von ca. 50% erreicht.
Der "P8000 Compact" hätte mit seiner Ausstattung sicherlich auch Chancen auf dem Internationalen Markt gehabt. Die niedrigen Produktionszahlen sowie das Ende der DDR verhinderten dieses jedoch.

Literatur
Dr. Ludwig Clasen: P8000 - ein universelles 16-Bit-Mikrorechnerentwicklungssystem, Mikroprozessortechnik 1987, H3, S68-71,76



Erläuterungen zu den Betriebssystemen
 

BOS 1810 (kompatibel zu iRMX86)
ist ein Multiprogramm - Betriebssystem für den A7100 und A7150. Es ist besonders für den Echtzeiteinsatz geeignet. Durch seine Konfigurierbarkeit kann es jedoch auch als Betriebssystem für viele andere Aufgaben unterschiedlicher Gerätekonfigurationen eingesetzt werden. Es ist ein Mehrnutzersystem.
Das BOS1810 ist modular aufgebaut und besteht aus:
- der Exekutive, die in Subsysteme untergliedert ist
- den Dienstprogrammen
- einem Assembler
Lieferform: 15 Disketten

DCP
DCP ist ein DDR-Clone von MS-DOS und ist weitgehend kompatibel zu MS DOS 3.xx

MUTOS 1700 (kompatibel zu UNIX V7) und zu DEMOS 1810 (SKR):
ist ein in vielen Fällen anwendbares universelles Time-Sharing-System, daß sich besonders für die Programmentwicklung, Dokumentationserstellung sowie für Textverarbeitung eignet.
Es ist kein Echtzeitbetriebssystem.
MUTOS1700 ist überwiegend in der Programmiersprache C geschrieben und besitzt somit einen hohen Portabilitätsgrad. Auch die Anwendersoftware wurde in dieser Sprache implementiert.
Das System MUTOS1700 ist modular aufgebaut und besteht aus dem Betriebssystemkern und einer Vielzahl von Dienstprogrammen.
Als minimale Speicherausrüstung werden 256 KByte RAM und 2 Diskettenlaufwerke benötigt.

RBASIC
Das System RBASIC ist im 48 KByte ROM des Computers A5105 enthalten und stellt neben zahlreichen auch im SCP nutzbaren Treiberprogrammen (für Tastatur, Bildausgabe, Interfaces) einen leistungsfähigen BASIC-Interpreter bereit.
Im RBASIC stehen etwa 150 BASIC-Kommandos, Anweisungen und Funktionen zur Verfügung, die in Syntax und Wirkungsweise mit denen des BASIC-Interpreters des Personalcomputers "robotron EC1834" kompatibel sind. Einige Leistungsmerkmale sind:
- SCREEN Editor, WINDOW-Anweisungen für Text und Grafik, 3 Zahlenformate (max. 14 Stellen Genauigkeit),
- Hardcopy-Programm für Text und Grafik,
- Kommandos zur Dateiverwaltung auf Diskette,
- Arbeit mit bis zu 16 Text- und 6 Grafikbildern.

SCP 1700 (kompatibel zu CP/M-86) und zu MIKROS 86 (SKR)):
ist ein SingleUser-Betriebssystem für breiten Einsatz. Ein Multitasking ist nicht möglich.
Das SCP ist modular aufgebaut und besteht aus:
- dem Steuerprogramm SCPX 1700,
- Dienstprogrammen,
- sowie einem Programmpaket zur modularen Programmierung.
Der Hauptspeicher-resistente Kern des SCP 1700 belegt ca 15 KByte.
Lieferform: 2 Disketten

UDOS
Das Betriebssystem UDOS ist ein Floppy-Disk-orientiertes Betriebssystem. Es zeichnet sich durch ein komfortables Dateiverwaltungssystem, die wahlfreie Zuordnung von Ein- Ausgabedatenströmen, die automatische Speicherplatzverwaltung und einem umfangreichem Kommandosatz aus.

WDOS
WDOS wurde für den "P8000 Compact" entwickelt. Es läuft auf dem 16-bit-Prozessor U80601 und kann an einem der maximal acht Terminals unter WEGA-Steuerung im SingleUser-Betrieb genutzt werden. Dem Anwender stehen 640 KByte RAM zur Verfügung. Es können System- und Anwendungsprogramme von MS-DOS kompatiblen Rechnern abgearbeitet werden, sofern sie zeilenorientiert arbeiten (d.h. es gibt keine Grafik-Unterstützung!).

WEGA
WEGA ist kompatibel zum UNIX System III. Es enthält alle Standardmerkmale dieses Betriebssystems.
Auf Quellkode-Ebene ist WEGA mit den an UNIX angelehnten Betriebssystemen PSU (ESER), MUTOS (SM4 K1600) und zur MUTOS-8000-Implementation auf dem Bürocomputer A5120.16 kompatibel.
Die Nutzung von WEGA auf dem P8000 setzt ein an das P8000-Grundgerät über ein PIO-Interface anschließbares HardDisk-Beistellgerät von minimal 10 MByte voraus.












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